WikiLeaks: Bestätigung von schmutzigen Verwicklungen, die Bayer schützten

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 3 Januar 2011 - letzte Aktualisierung 20 Januar 2011 inglese_18x12 francese_18x12 spagnola_18x12 italiana_18x12

wikileaks

Nur die Kollusion zwischen EPA (die Agentur der USA für Umwelt) und dem Koloss der Agrarchemie konnte die Autorisierung des Gebrauches von Clothianidin, dem Insektizid Neonicotinoid, welches mit der Zeit systematisch in Pflanzen und die Umwelt eindringt und dramatisch giftige Auswirkungen auf Bienen und auf viele andere Lebewesen hat, genehmigen.

Eine interne Anmerkung der EPA

öffentlich gemacht von WikiLeaks, ist die hundertste Bestätigung, dass die Agentur für Umwelt, die nordamerikanische EPA, die Warnungen der eigenen Forscher in öffentlicher Absprache mit Bayer ignoriert hat, um Clothianidin, das Insektizid illegalerweise zu autorisieren, das so dem Koloss der Chemie erlaubt hat, allein im Jahre 2009 ein Geschäft von 183.000.000 Euro zu machen.

 

Dies ist eine Geschichte, die seit langem begonnen hat, seit 2003...

In den USA ist das Insektizid Dothianid seit 2003 für den „Schutz“ von Maissamen, der wichtigsten Anbaupflanze in den USA 88.000.000 Hektar, breit gefächert in Gebrauch.

Der Rückgang der Bienen ist mit Sicherheit eine Erscheinung, die bestimmt wird von vielen komplexen Ursachen und Mitursachen.

 Unter den Ursachen gewinnt die Hypothese immer mehr an Gewicht, dass der Hauptfaktor der wachsende Gebrauch von Pestiziden, besonders von neuen neonicotinoidischen Insektiziden(ein Nebenprodukt von Nikotin), ist.

Die Neonicotinoide sind in der Tat ein recht neuer Faktor im Ökosystem; eingeführt Ende 1990, gewannen diese systemischen Insektizide zunehmende Wichtigkeit, wenn nicht sogar eine Überzahl im Markt der Pestizide.

In den Jahren, die der Einführung der systematischen, neurotoxischen Insektiziden folgten, hat der Rückgang der Bienen begonnen und sich fortlaufend verschärft.

Die in den USA üblicherweise mit Clothianidin behandelten Kulturen sind: Mais, Raps, Soja, Zuckerrüben, Sonnenblumen und Weizen. Kürzlich stellte Bayer auch eine Anfrage an die EPA für eine Aufnahme des Gebrauchs auf Baumwollsamen und Senf.

Das „PDF-Dokument“, welches dank WikiLeaks zum Vorschein gekommen ist, enthüllt, dass Forscher der EPA Ergebnisse einer Studie, durchgeführt im Namen von Bayer, revidiert und abgelehnt haben. Einer fundamentalen Studie um Auswirkungen auf Bienen auszuschließen und demnach die Registrierung von Clothianidin zu erhalten. Folglich bestätigen die Forscher der EPA in diesem Dokument fundierte Sorgen, dass Clothianidin das Überleben der Bienen in ernsthafte Gefahr bringen.

 

Vor einem tieferen Eindringen in den bekannt gemachten Bericht, ist es wichtig, dass man versucht zu verstehen, wie ein Insektizid, welches für seine Giftigkeit für Bienen bekannt ist, in einem solch wichtigen und großem Agrargebiet in den USA frei verbreitet werden konnte.

Die EPA(die mit dem Naturschutz beauftragte Agentur) ist bekannt dafür, häufig Pro-Industrie Entschlüsse formuliert zu haben, auch mit großen Widersprüchen zu ihren Forschern. Allerdings leisteten sie bisher noch keinen Beistand für eine solch große Affäre.

Die unschöne Geschichte, in der Rekonstruktion der Umweltorganisation Panna, begann, als Bayer die erste Anfrage auf eine Registrierung für Clothianidin im Jahre 2003 präsentiert hat.

 

Februar 2003 lehnte die Abteilung EFED der EPA die Registrierung von Clothianidin ab, in dem sie behaupteten, dass weitere Studien erforderlich seien, um mögliche Schädigungen von Bienen auszuschließen.

 

In dem Bericht erklärte der EFED seine Entscheidung folgendermaßen:

„Die Möglichkeit einer giftigen Auswirkung auf Nicht-Ziel Bestäuber (zum Beispiel Bienen) durch den Ortswechsel der Rückstände von Clothianidin durch die Behandlung der Samen (Mais und Raps) bewegt die EFED dazu, eine Testung des Gebietes zu fordern, um eine mögliche chronische Auswirkung auf Larven von Bienen, mitunter den Königinnen, zu beurteilen. Um am Ende die Möglichkeit einer giftigen Wirkung vollständig abzuschätzen, ist es nötig, eine komplette Studie über einen Lebensablauf einer Arbeiterbiene (63 Tage) auszuführen, hinzufügend zu der Einschätzung auf Auswirkungen auf die Königinnen.“

Aber bereits im April 2003, zwei Monate später, machte die EPA einen Rückzieher: “Nach einer gründlicheren Prüfung“ entschloss die Agentur mit einer weiteren Anmerkung dem Clothianidin eine „Autorisierung unter Vorbehalt“ zu bewilligen- das heißt Freiheit für Bayer, das Insektizid zu verkaufen und es für Samen zu gebrauchen- trotz der Forderung, die “Studie über den Lebensablauf einer Biene“ zu vervollständigen.“

Im März 2004 erfragte Bayer eine Frist, um die Studie über den Lebensablauf einer Biene zu vervollständigen. Am 11. März 2004 räumte ein Beschluss der EPA auf der Multinationalen der Chemie einen Aufschub bis zum März 2005 ein, um die Nachforschung abzuschließen.

 

Allerdings beschränkte sich die EPA nicht auf den Aufschub, sie gab Bayer sogar eine günstige Bedingung: Sie willigte ein, die Studie anstatt über den Mais in den USA, über Raps in Kanada auszuführen.

Die Rechtfertigung der EPA ist folgende: „Raps ist wichtig für Bienen und wird diesen sowohl die Pollen als auch den Nektar darbieten. Mais ist weniger attraktiv für die Bienen und bietet nur den Blütenstaub.“

So haben verschiedene Wissenschaftler wie die Bienenzüchter Recht, einzuwenden:

1. Mais produziert viel mehr Blütenstaub als Raps

2. Der Blütenstaub von Mais ist entschieden attraktiver für Bienen.

3. Raps ist in den USA eine kleinere Anbaupflanze, während Mais viel wichtiger ist.

Viel später als die Frist, im August 2007, reichte Bayer schließlich die Studie ein.

Im November 2007 erklärte die EPA die „wissenschaftliche“ Studie für gültig, denn:“ sie erfüll die Vorraussetzung des Tests der Giftigkeit in der Sphäre für die Bienen.“

Die EPA lehnte also wiederholt ab, die Studie publik zu machen, sich auf das Informationsfreiheitsgesetz berufend.

Die Assoziation „Natural Resources Defense Council“- NRDC- setze also eine Meldung in Gang, die eine Publikation enthielt, in Folge einer gerichtlichen Untersuchung.

Nachdem die Studie, ausgeführt für Bayer von den „Forschern“ der kanadischen Universität von Guelph, veröffentlicht worden war, stellte sich umgehend der Grad dieser Ungeheuerlichkeit heraus.

In der Studie verglich man den Gesundheitszustand von Bienenstöcken, die in der Mitte von Gebieten mit durch Clothianidin behandelten Samen angebracht waren und in geprüft unbehandelten Gebieten.

Diese Ungeheuerlichkeit offenbarte sich in der Art und Weise an sich, mit der die „Studie“ vorbereitet und ausgeführt worden ist. Es wurden „kontrollierte“ Bienenstöcke in nur 2,5Hektar großen Gebieten, mit einer Entfernung von höchstens einem Kilometer zwischen den Gebieten mit behandelten Kulturen und unbehandelten postiert, zur „Kontrolle“.

Im Wesentlichen konnten die „untersuchten“ und „verglichenen“ Bienenstöcke mit Bienen, die normalerweise mehr als drei km (eine Fläche von mindestens 3600 Hektar) fliegen, im jeweiligen Gebiet ausfliegen, oder die Bienen konnten mit noch höherer Wahrscheinlichkeit die mit Insektiziden behandelten Pflanzen umgehen.

Demnach überrascht es nicht, dass die Forscher im Laufe der Studie“ keinen Unterschied in der Sterblichkeit und Lebensdauer der Arbeiterbienen sowie in der Brutentwicklung“ ausfindig gemacht haben.

So fuhr Bayer unverzagt fort, Clothianidin mit der „provisorischen“ Autorisation zu verkaufen, bis die EPA am 22.April 2010 die definitive Autorisation nicht bewilligte.

 Dank der Anklagen und Veröffentlichungen des Imkers Tom Theobald konnte man Ende November 2010 vom Leiter der Abteilung der EPA eine schriftliche Antwort erhalten: „Es wurde eine bedingungslose Registrierung von Clothianidin für die Behandlung von Mais- und Rapssamen am 22.April 2010 bewilligt. Die EPA hat eine neue Meldung einer Registrierung erlassen, allerdings existiert kein Dokument, das den Übergang der provisorischen zur definitiven Autorisierung festsetzt. Dies ist eine Entscheidung über die Abwicklung des Risikos aufgrund der Einhaltung der Normen…“ (Der Imker Theobald hat daraufhin ein Video in Englisch beigestellt).

Demnach hat die EPA der Bayer eine Autorisation bewilligt ohne sie zu begründen.

Das Dokument der Forscher der EPA, das dank WIKILeaks ans Tageslicht gelangt ist und mit dem 2. November datiert ist-drei Wochen vor der Antwort für Theobald-, bezieht sich auf die Anfrage von Bayer, die Autorisierung der Gebrauchs von Clothianidin auch auf Baumwolle und Senf auszudehnen.

Der von zwei Forschern der EPA unterschriebene Vermerk drückt ernsthafte Sorgen im Bezug auf das hohe Risiko, das der Gebrauch von Clothianidin für die non-target Insekten mit sich bringt, aus.

„Das Clothianidin ist ein lang anhaltendes und systemisches Neonicothinoid. Studien über die akute Toxizität auf Bienen zeigen, dass Clothianidin hochgradig giftig sowohl beim Kontakt als auch in oralen Wegen ist. Auch wenn der EFED es nicht leitet… Bewertungen der Risiken auf non-target Insekten, Informationen von Standarttests und Fachstudien, sowie Meldungen über Vorfälle, die andere Neonicotinoide betreffen(wie z. Bsp. Imidacloprid), lassen Potenzial auf Langzeitrisiken für Bienen und andere nützliche Insekten erkennen.“

Die zwei EPA-Forscher entkräften im Wesentlichen- solange es sich lohnt- die von Bayer finanzierte Studie und schreiben tatsächlich: „Eine vorangegangene Gebiets-Studie hat die Auswirkungen von Clothianidin über alle Kriterien des Bienenstocks ausgewertet und ist für akzeptabel erklärt worden. Nach einer weiteren Rezension mit anderen Informationen, sind trotzdem Mängel, die die Studie zusätzlich hat, gefunden worden. Es entspricht nicht den Richtlinien 850.3040 und es ist eine weitere Studie über dieses Gebiet erforderlich um die Wirkungen auf Bienen bei Verunreinigung von Pollen und Nektar mit Clothianidin festzustellen.“

In dem Dokument der EPA-Forscher zeigt sich eine klare Degradierung der Studie, dank der die Registrierung der Autorisierung des Gebrauchs für Mais erzielt wurde.

Aber trotz des Skandals behauptete die EPA, dass sie keinerlei Absicht hat, ihre Entscheidung im Bezug auf die Autorisierung der Molekür-Killer der non-target Insekten zu ändern.

Die EPA hat sogar die Degradierung der Bayer-Studie geleugnet, im Gegenteil, sie hat deren Gültigkeit als „wissenschaftlich“ sogar verteidigt, obwohl sie damit ihren eigenen Forschern widerspricht. Im selben Moment hat sie die Wichtigkeit für ein Ende der Autorisierung minimiert. Bayer hat seinen Anteil in einem Bericht dann bestätigt, eine Lüge sondergleichen: „ Das Clothianidin ist das führende Insektizid zur Behandlung von Maissamen in den USA und ist seit mehr als sechs Jahre ohne Schäden für Bienen benutzt worden.“

Interessant ist, dass ebendiese Bayer schon einräumen musste, dass auf Grund von Clothianidin zweidrittel der Bienen im Bundesland Baden-Württemberg in Deutschland verloren gegangen sind. Ebenfalls ist unklar, wie Bayer es „vergessen“ kann, dass auf Grund der widrigen Wirkungen auf Bienen das Clothianidin in einigen Ländern Europas verboten wurde.

Der Insektenforscher Frazier der Penn-Universität hat erklärt: „Wenn die für die Bayer gemachte Studie diejenige für den Bericht für die Autorisierung der EPA von Clothianidin ist, sind derartige Autorisierungen von jeglicher wissenschaftlicher Basis losgelöst“, weswegen er die EPA aufgefordert hat, die Registrierung zu widerrufen um unnötige Risiken für Lebewesen, die für unser Ökosystem von großer Bedeutung sind, zu vermeiden, was die Regierungen von Deutschland, Frankreich, Italien und Slovenien.

Angesichts all dieser Umstände haben „National Honey Bee Advisory Board“, der amerikanische Verband der Imker, der amerikanische Verband der Honigproduktion, „Beyond Pesticide“, „Pesticide Action Network North America“ und das Zentrum für Artenvielfalt verlangt, dass die EPA unbedingt Maßnahmen ergreift, um den Gebrauch dieser giftigen chemischen Substanzen zu stoppen.

 

Francesco Panella

ÜBERSETZT von Marie Perry Calzone

 

Frei entnommen von:

http://www.bayercropscience.com/bcsweb/cropprotection.nsf/id/FactsFigures

http://www.grist.org/article/food-2010-12-10-leaked-documents-show-epa-allowed-bee-toxic-pesticide-

http://ildemocratico.com/2010/12/29/wikileaks-clothianidina-bayer-e-avvelenamento-api/

http://www.earthfiles.com/news.php?ID=1808&category=Environment

http://www.panna.org/sites/default/files/Memo_Nov2010_Clothianidin.pdf


http://www.panna.org/sites/default/files/Clothianidin-Condl-Reg-Timeline.pdf

http://www.nrdc.org/media/2008/080818a.asp

 

Ape confussa con dietro la bandiera della germania, afffianco ape contenta con bandiera degli USA

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